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Wege aus dem Schmerz: Prof. Grönemeyers Ansatz bei Rückenleiden

Nach Angaben des SWR leiden in Deutschland knapp zwölf Millionen Menschen an chronischen Schmerzen, rund 17 Prozent der Bevölkerung.

Wege aus dem Schmerz: Prof. Grönemeyers Ansatz bei Rückenleiden

In einem Gespräch mit SWR1 ordnet der Mediziner Dietrich Grönemeyer Schmerz als Schutzsignal ein, das chronisch werden kann. Für die Behandlung von Rücken- und Gelenkbeschwerden ist dabei entscheidend: Eine Bildgebung allein bildet die Komplexität chronischer Schmerzen nicht zwingend ab.

Schmerz als Signal, Chronifizierung als eigener Befund

Akuter Schmerz kann auf eine Störung im Körper hinweisen. Bleibt er bestehen, kann sich daraus ein chronischer Schmerz entwickeln. Grönemeyer zufolge bedeutet eine Chronifizierung über drei Monate jedoch nicht automatisch, dass eine Heilung ausgeschlossen ist. Der SWR-Beitrag stellt damit die Unterscheidung zwischen dem ursprünglichen Auslöser und dem fortbestehenden Schmerzerleben in den Mittelpunkt.

Für Beschwerden an Rücken und Gelenken folgt daraus zunächst eine diagnostische Frage: Welche Befunde erklären den Schmerz, und welche Aspekte lassen sich durch sie nicht erfassen? Grönemeyer kritisiert eine schematische Abfolge aus Bildgebung und anschließender Medikamenten- oder Operationsentscheidung. Der Schmerz sei komplex, besonders bei chronischen Verläufen. Eine solche Einordnung ersetzt keine individuelle Untersuchung. Sie markiert vielmehr die Grenze einer rein bildgebenden Betrachtung.

Bildgebung erklärt nicht automatisch den Schmerz

Im SWR-Bericht beschreibt Grönemeyer ein Vorgehen, bei dem auf die ärztliche Vorstellung Untersuchungen wie CT, Kernspintomografie, Röntgen oder Ultraschall folgen und anschließend Medikamente oder eine Operation erwogen werden. Die Darstellung wird als verkürztes diagnostisches Muster kritisiert. Welche konkrete Untersuchung bei einer bestimmten Person sinnvoll ist oder welche Therapie daraus folgen sollte, lässt sich aus dem Beitrag nicht ableiten.

Für Betroffene ist deshalb relevant, Befunde und Beschwerden nicht gleichzusetzen. Ein Bild zeigt anatomische Strukturen; die klinische Einordnung muss zusätzlich den Schmerzverlauf und die individuelle Situation berücksichtigen. Der SWR-Beitrag liefert dafür keine detaillierte Behandlungsanleitung. Er macht aber deutlich, dass chronischer Schmerz nicht allein durch die Suche nach einem auffälligen Bildbefund verstanden werden kann.

Therapie differenziert betrachten

Auch die geschlechtersensible Perspektive wird in den vorliegenden Meldungen als Thema der Schmerzversorgung genannt. Ein Fachbericht zum DEGAM-Kongress 2026 thematisiert biologische und psychosoziale Mechanismen, durch die chronische Schmerzen bei Frauen und Männern unterschiedlich wahrgenommen, diagnostiziert und behandelt werden können. Die Autoren fordern eine stärkere Differenzierung in der muskuloskelettalen und interdisziplinären Schmerztherapie.

Für die Versorgung chronischer Rücken- und Gelenkschmerzen ergibt sich damit ein nüchterner Prüfpunkt: Diagnostik und Therapie sollten die Komplexität des Schmerzes berücksichtigen, statt aus einem einzelnen Befund unmittelbar eine Erklärung abzuleiten. Konkrete Therapieempfehlungen für einzelne Krankheitsbilder oder Patientengruppen enthält das Material nicht.